Das Projekt

Bewusstsein (awareness) des Hörsinnes sollte zum Zielkatalog jedes pädagogischen Handelns gehören, weil pädagogisches Handeln stets auf Selbst- und Weltbegegnung abzielt. In der Art, wie wir hören, erschließt sich uns und den Schülerinnen und Schülern die Welt, ja erschaffen wir die Welt, wie wir sie wahrnehmen. Denn hören ist ein ausgesprochen aktiver und kreativer Vorgang: Aus der Fülle der uns umgebenden Geräusche und Klänge selektiert unser Ohr. Der Mensch hört nicht etwas, das von außen auf ihn eindringt, sondern er schafft aktiv und individuell das, was er hört in einem Zusammenspiel von in ihm liegenden Fähigkeiten mit einem äußeren akustischen Angebot. Das Ohr ist ein 'Informationen suchendes Wesen'. Die akustische Welt, wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung..."

Kapteina, Hartmut: Klang, Rhythmus und menschliche Entwicklung. Anmerkungen zur Ästhetik des Hörens. In Wermke, Jutta: Hören und Sehen. Beiträge zu Medien- und Ästhetischer Erziehung. Kopaed Verlag, München 2001.

Was passiert, wenn die Eigenwahrnehmung mit einer Fremdwahrnehmung konfrontiert wird?

Die „Flensburger Hörpunkte“ richten sich gezielt an die Erstsemester der Universität Flensburg, aber auch an alle Interessierten, die sich die Stadt Flensburg mit den Ohren erschließen wollen. Die punktuelle Hörführung entstand im Rahmen des Praxisseminars „Hörführungen – Experimenteller Umgang mit Vermittlungsformen“.

Das Praxisseminar „Hörführungen – Experimenteller Umgang mit Vermittlungsformen“ richtete sich an Studierende aller Semester und Fachrichtungen des Studiengangs Bachelor Vermittlungswissenschaften an der Universität Flensburg. Das Seminar wurde im Bereich „Medien und Rhetorik. Medienproduktion und Mediengebrauch.“ (GVGK) angeboten. In diesem Studienmodul geht es u.a darum, angehenden Lehrkräften Möglichkeiten für die Anwendung und den Einsatz Neuer Medien im Unterricht aufzuzeigen. Die Spannbreite reicht von der Anwendung Neuer Medien in der Unterrichtsvorbereitung bis zum Einsatz der selbigen in Schülerprojekten.